Trinkwasserhygiene in Verbindung mit Heizenergieverbrauch.
Trinkwasserhygiene ist ein wichtiges Thema im Bereich Wohnungsbau.
Es gibt viele Vorschriften zu beachten.
Das Wasser, welches bis zum Wasserzähler nachweislich sauber ist, kann durch problemhafte Installationen im Gebäude, auch in Neubauten, zu Bakterien- und Legionellenschleudern werden.
Nun mag man denken, was hat Trinkwasser Hygiene mit Heizenergieverbrauch zu tun?
Es gibt Berührungspunkte.
Um das einzuordnen, einige Hinweise auf Legionellen und Bakterienentwickelung im Trinkwasser. (Legionellen sind auch Bakterien)
Bakterienentwicklung fängt bei Trinkwasser mit Temperaturen über 10°C an. Aus dem Grund sind Kaltwasserleitungen, die keinen Durchfluss haben, verboten. In den Totleitungen (Leitungsstücke, die keinen Wasserdurchfluss haben) heizt sich das Wasser auf Raumtemperatur auf, damit wird die Bakterien- und Legionellen Entwicklung stark beschleunigt und nicht weggespült.
Die Bakterienentwicklungen werden beschleunigt, je wärmer das Trinkwasser wird.
Bei ca. 50°C Warmwasser fängt es an, dass Legionellen und Bakterien abgetötet werden. Bei ca. 58°C ist das Wasser frei von Legionellen und Bakterien.
Aber was hat das nun mit dem Energieverbrauch zu tun?
Die Gründe.
Der Hauptgrund, mangelhafte Dämmung der Versorgungsrohre. Vorgeschrieben sind in den meisten Fällen 100% Dämmung für wärmeführende Leitungen. Vorgeschrieben im Neubau seit ca. 1990. Sollte eine Kaltwasserleitung in der Nähe der wärmeführenden Leitungen, liegen muss auch die mit 100% gedämmt sein.
Hinweis, die in älteren Bestandsbauten vorhandene Wärmedämmung mit Gipsüberzug hat eine Dämmwirkung von 50-70%
Eine dringende Empfehlung der Normierung, Kaltwasserleitungen mit Abstand zu wärmeführenden Leitungen zu verlegen.
Bei Abnahmen von Neubauten habe ich häufig nicht ausreichend gedämmte mit 20-50% Dämmung versehene Leitungen vorgefunden.
In einigen Fällen wurde die Kaltwasserleitung nur mit Schwitzwasserdämmung eng, als Paket, zwischen Warmwasserleitung und Zirkulationsleitung verlegt (bescheuert, sorry). Es gab Fälle, da musste der Estrich wieder entfernt werden, um die Leitungen nach Vorschrift neu zu verlegen.
Estrichhöhe ist in vielen Fällen ein Problemauslöser. Die Leitungsdurchmesser sind mit vorgeschriebener Dämmung sehr hoch.
Beispiel, sollen die Leitungen unter dem Estrich verlegt werden, können die nach Vorschrift gedämmten Leitungen zum Problem werden. Rohrdurchmesser 22mm + 44mm 100%. Dämmung sind 64mm Rohr Höhe. In beheizten Räumen reicht eine 50% Dämmung. Es ist wichtig, die Normierung der Dämmvorschriften sorgfältig durchzulesen.
Eine dringende Empfehlung der Normierung, Kaltwasserleitungen mit Abstand zu wärmeführenden Leitungen zu verlegen. Bei Versorgungsschächten wird ein separater Schacht für Kaltwasser empfohlen.
In Mehrfamilienhäusern mit Versorgungsschächten zur Versorgung über mehrere Etagen ist insbesondere in Bestandsbauten wenig Dämmung vorhanden. Das führt dazu, dass sich die Versorgungsschächte bis gemessene 48°C, Sommer wie Winter aufheizen. Somit auch die Kaltwasserleitung in dem Schacht.
Ein Erlebnis, ich habe viele Heizungschecks für eine Klimaschutzagentur durchgeführt. Bei einem Besuch eines Mehrfamilienhaus war eine Kollegin mit vor Ort. Bei meiner Befragung eines Bewohners aus einem Obergeschoss, ob morgens das Kaltwasser warm ist, bin ich entgeistert angesehen worden, die Folge, ich bekam keine Aufträge mehr.
Hätte diese Kollegin gefragt, warum ich das frage, wäre die Erklärung einfach gewesen.
Sind die Versorgungsschächte durch mangelhafte Dämmung aufgeheizt, hat sich auch das Kaltwasser in Stillstandszeiten aufgeheizt.
Ein deutliches Zeichen für zu hohen Energieverbrauch ist, wenn morgens warmes, mit Bakterien bestücktes Wasser zum Zähneputzen aus dem Kaltwasserhahn kommt. Guten Appetit.
Das Warmwasserzirkulationssystem.
Einer der größten Energieverbraucher in Mehrfamilienhäusern, aber auch in Einfamilienhäusern. Gemessene Energieverbräuche mit mehr als der Energieverbrauch über die Außenhülle sind nicht selten.
Problematische Temperatureinstellung am Warmwasserspeicher in Mehrfamilienhäusern.
In vielen Mehrfamilienhäusern mit zentraler Warmwasserversorgung hat es Probleme mit Legionellenbefall gegeben.
Zur Lösung dieses Problems stellen die meisten Installateure die Warmwassertemperatur hoch bis sehr hoch. Vorgefunden über 90°C. In der Regel zwischen 70 – 80°C. Das ergibt mehrere Probleme.
Das wichtigste Problem dabei, die Verbrühungsgefahr. Bei vorgeschriebenen 60°C dauert es etwas, bis eine Verbrühung eintritt, wird die Warmwassertemperatur erhöht, steigt Verbrühungsgefahr steil an, verantwortlich bei Unfällen ist die ausführende Firma.
Hohe Temperaturen erzeugen hohe Stillstands- und Energieverluste bei der Nachheizung und im Zirkulationssystem.
Ein weiteres Problem stellen die Warmwasserspeicher, die unter die DVGW-Arbeitsblatt 551 Vorschrift fallen dar. Der Anbringpunkt des Warmwasserfühlers muss am Warmwasserausgang liegen, an der Stelle muss die Temperatur durchgängig die vorgeschriebenen 60°C betragen. Gleichmäßig durchgängig 60°C ist technisch nicht möglich, es muss immer einen An – Abschaltpunkt der Nachheizung geben. Meine Empfehlung 58°C Anschaltpunk der Nachheizung, 62°C Abschaltpunkt der Nachheizung.
Liegt der Fühler im mittleren bis unteren Speicherbereich, wie bei den meisten Warmwasserspeichern, entstehen am Warmwasser- Ausgang erhebliche Temperaturschwankungen. Erlebt zwischen 48 -70°C. Die Speicherhersteller leben noch immer in den Jahren vor dem Bekanntwerden der Legionellenproblematik. Das sieht man auch daran, dass Hersteller in ihren Heizungsregelungen Zeitprogramme für die Temperaturregelung Warmwasser und Zirkulationsregelungen in Großanlagen in den Vordergrund stellen.
Nochmal, Warmwasser und Zirkulationssystem in Großanlagen (Großanlagen fangen schon in mehr wie 3 Familienhäusern an) Jahresdurchgängig 60°C.
Einfache Lösung des Legionellen- und Temperaturproblems und des Wärmeproblems in den Versorgungsschächten, in einem anderen Aufsatz.
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b.wulfestieg
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