Stillstands- oder Vorhalteverluste bei Wärmeerzeugern/Heizkessel.
Es können in vielen Anlagen mit wenig Aufwand bis 50% Heizenergie gespart werden!
Beispiel: Beispielgebäude Zweifamilienhaus aus dem Baujahr 1990.
Wenn der Energieberater sagt "au weia", ihr Haus hat einen extrem hohen Heizenergieverbrauch, dann bedeutet das, Ihr Haus hat einen Heizenergieverbrauch von über 300 Kilowattstunden pro m² und Jahr.
Die erste Aussage der meisten Energieberater, ihr Haus ist schlecht gedämmt, die Wärme geht über die Außenwände, das Dach, die Fenster oder über den Fußboden verloren. Sie müssen das Haus dämmen. Also sehr große Investitionen tätigen. 30 - 60.000€ sind dabei für ein Zweifamilienhaus keine Seltenheit. Ein Gebäude zu dämmen ist in der Regel keine schlechte Idee und Tätigkeit, es verbessert den Wohnkomfort erheblich und hilft Energie zu sparen. Wie sieht der Verbrauch nach dem Dämmen aus, wenn der 27 Jahre alte atmosphärische Niedertemperaturheizkessel geblieben ist?
Mit etwas Glück sinkt der Verbrauch von 300 auf 190 Kilowattstunden pro m² und Jahr. Das wird aber einem hervorragend nach KFW Standard gedämmten Haus nicht gerecht.
Ursache für den überhöhten Verbrauch ist der Heizkessel, der in dem vorgenannten Sanierungsfall nicht mit erneuert wurde.
Mit einem neuen, modernen Brennwertheizgerät und den weiteren Möglichkeiten der Heizungsanpassung, die da sind bedarfsgerechte angepasste Heizleistung, angepasste Heizungsregelung, hydraulischer Abgleich und angepasstes Heizverhalten.
Mit dem Einbau eines angepassten Heizkessels wäre der Energieverbrauch auf ca. 40 - 60 Kilowattstunden pro m² und Jahr gesunken.
In dem Beispielhaus kann nur durch den Einbau eines modernen Brennwertgeräts ohne Wärmedämmung, mit der Anpassung der Heizleistung, angepasste Heizungsregelung, hydraulischer Abgleich und angepasstes Heizverhalten der Energieverbrauch auf 110 - 140 Kilowattstunden pro m² und Jahr gesenkt werden.
Ursache für den überhöhten Verbrauch?
Die Ursache für den hohen Energieverbrauch bei dem vorhandenen atmosphärischen Niedertemperaturheizkessel ist der Stillstandsverlust oder Vorhalteverlust genannt.
Was sind 1, Stillstands- oder Vorhalteverluste (folgend Stillstandsverlust genannt) und 2. Erzeugungsverluste, bei Heizgeräten.
Diese Verluste müssen in zwei Kategorien unterschieden werden.
Stillstandsverluste, Sie haben das größte geringinvestiv und investiv erreichbare Sparpotenzial..
Vorhalte- oder Stillstandsverluste sind Energieverluste, die bei abgeschalteten Brennern und aufgeheiztem Heizkessel anfallen. Die Wärme wird im Heizkessel zum Abruf in die Heizkörper und/oder Warmwasseranlage vorgehalten und entsorgt sich insbesondere bei atmosphärischen Niedertemperaturheizkesseln über den Abgaskanal und über die Kesseloberfläche.
Erzeugungsverluste bei Heizgeräten.
Erzeugungsverluste sind vielfältig. Erzeugungsverluste beginnen mit dem Zünden der Brennerflamme und enden mit dem Abschalten des Brenners.
Die vorgenannten beiden Ursachen werden als Abgasverluste vom Schornsteinfeger gemessen. Die anderen Verluste, inklusiv Stillstandsverluste, können vom Schornsteinfeger nicht gemessen werden.
Die meisten der vorgenannten Themen sind bei allen Wärmeerzeugern wie zum Beispiel Öl- und Gasheizkessel, Wärmepumpe, BHKW, Pelletkessel, usw. zu berücksichtigen.
In diesem Thema nicht genannt sind die teilweise erheblichen Energieverluste, die durch zentrale Warmwasseranlagen entstehen.
Bernd Wulfestieg
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