Energieverbrauch Heizungen in Mehrfamilienhäusern. Vorgefunden bis dreifach höher als erforderlich! Unnütze CO2 Einträge im Jahr von ca. 20 Millionen Tonnen. Rechnet man grob Bürogebäude und Einfamilienhäuser dazu, kommt man auf ca. 50 Millionen unnütz in die Umwelt eingefügte Tonnen CO2.
Hauptgründe des zu hohen Energieverbrauchs in großen Heizungsanlagen?
Ursache für die hohen Verbräuche sind die weitgehend alten, zu großen, falsch eingestellten und teilweise zerstörten Heizungs- und Warmwasseranlagen.
Das sind keine Ausnahmen, sondern die Regel.
Bewohnereinfluss.
Frau Müller aus der Wohnung in der ersten Etage eines Gebäudekomplexes mit 4 Gebäuden und 40 Wohnungen beschwert sich, dass die Heizkörper bei Außentemperaturen von, als Beispiel, 13°C Außentemperatur nur lauwarm (38°C) sind, geschuldet einer korrekt eingestellten Heizkurve der Zentralheizung. Das macht die Dame mehrmals, obwohl die Raumtemperaturen von 21°C in allen Räumen problemlos erreicht werden.
Die Hausverwaltung ist genervt, sie hat schon ohne die Meckerei genug zu tun.
Die Hausverwaltung schickt die Wartungsfirma in die Anlage. Die Wartungsfirma hat auch keine Lust auf ständige Reklamationen (die keine sind).
Was macht die Wartungsfirma, sie stellt die Heizungsregelung und die Heizungspumpen hoch mit erheblichen Folgen, die den Energieverbrauch der Anlage verdoppeln können. In vielen der Anlagen habe ich abgeklemmte Heizungsregelungen vorgefunden. Die Heizungstemperatur beträgt somit jahresdurchgängig über 70°C, Eine Temperatur, die bei ca. -12°C Außen erforderlich ist.
Erfolg, Frau Müller meckert nicht mehr.
Folgen der zu hohen Einstellung durch Bewohnereinfluss.
Die Folgen aus dem zu hohen Einstellen sind vielfältig. Es wird zu viel Wärme erzeugt und bereitgestellt. Das geht bis zu erlebten Anlagenproblemen, die da sind
Folge: die unnütz beheizten Kessel erhöhen den Verbrauch in einem hohen Bereich. Das können von 40% bis 70% Mehrverbrauch sein, je nach Kesselbauweise. Vergessen werden darf dabei der erhöhte Stromverbrauch der unnütz laufenden Brenner und Umwälzpumpen nicht. Auch der Gesamtstromverbrauch der Anlage steigt dadurch erheblich. Beispiel. in Heizzentralen mit 3 Kesseln habe ich 2 stillgelegt, Erfolg über 40% Energieeinsparung, die Leistung eines Kessels hat jahresdurchgängig für die Anlage ausgereicht.
Bei der Planung von Heizungsanlagen wird die Kesselleistung in fast allen Fällen deutlich zu hoch und für 100% Bedarf ausgelegt. (habe ich bei meinen Planungen auch gemacht) In der Praxis werden in der Regel ca. 30 – 50% der eingebauten Leistung gebraucht.
Frau Müller wohnt auch am Ende des Wohnblocks, bei Ihr kommt es hin und wieder vor, dass Heizkörper nicht warm werden. Die Heizkörper werden nur warm, wenn die Heizungsregelung sehr viel höher eingestellt wird. Der Grund, dass die Heizkörper bei zu hoch eingestellten Heizungsregelungen an den Gebäudeendpunkten warm werden, die Heizkörperthermostatventile in den vorderen Bereichen der Anlagen regeln den Wasserdurchfluss herunter, dadurch entsteht ein automatischer hydraulischer Abgleich in der Anlage und die am Ende des Gebäudekomplexes liegenden Heizkörper werden warm. Das ist ein sehr teurer hydraulischer Abgleich.
In den Anlagen stimmt die Heizungshydraulik nicht. Solche Anlagen können häufig mit wenig Aufwand einfach über Strangventile, Heizkörper Rücklaufverschraubungen, an den Heizkörperventilen oder nach der Optimus Studie abgeglichen werden.
Die Regelungen und Heizungspumpen an den Anschlag zu stellen, ist die mit Abstand schlechteste Lösung und erhöht den Energieverbrauch bis zum Doppelten. Unnütz höher eingestellte Heizungspumpen erzeugen einen deutlich erhöhten Stromverbrauch und erzeugen in den Heizkörpern unangenehme Fließgeräusche wie rauschen oder pfeifen und der Energieverbrauch steigt bis auf das Doppelte an.
Ein Verbrauchsproblem sind Atmosphärische Gasheizkessel. Sie können mit ihren extremen Stillstandsverlusten den unnützen Energieverbrauch verdoppeln. Insbesondere wenn die Heizungsregelung zu hoch eingestellt oder sogar abgeklemmt ist. Beispiel, eine Anlage mit 60 Wohnungen umgestellt von atmosphärischem Gasheizkessel auf Gasbrennwert. Gasverbrauch vor der Umstellung auf Gasbrennwert 1.105.000kWh im Jahr, neuer Verbrauch mit einem Gasbrennwertheizkessel 470.000 kWh im Jahr.
In vielen Anlagen mit zentraler Warmwasserbereitung finde ich Warmwassertemperaturen über 70°C vor, in anderen Anlagen Warmwassertemperaturen die zwischen unter 50°C bis über 70°C schwanken. Hauptursache, der Warmwasserfühler, der in allen Fällen in der Speichermitte eingeführt wird. Dadurch werden erhebliche Warmwassertemperaturschwankungen erzeugt. Warmwassertemperaturen, die nicht der Vorschrift der Legionellenvermeidung DVGW-Arbeitsblatt 511 oder dem Verbrühungsschutzsicherheit DIN EN 1717 entsprechen.
Das Verlegen der Warmwasserfühler an den Warmwasserausgang und eine korrekte Zirkulationspumpenleistung kann bis 20% des Gesamtverbrauchs einsparen und eine Hygiene- und Verbrühungssicherheit erzeugen.
Warmwasserzirkulationsverluste gehören zu den größten Energieverlusten in Heizungssystemen mit zentraler Warmwasserversorgung. In manchen Fällen sogar größer als die Wärmeverbräuche über die Außenhülle. Schuld, die nicht vorhandene oder geringe Wärmedämmung der Warmwasser- und Zirkulationsleitungen. Ein weiteres Problem durch die schlecht gedämmten Warmwasser- und Zirkulationsleitungen, die in der Nähe liegende Kaltwasserleitung wird aufgeheizt. Das ist nach DIN 1717 verboten. Die Kaltwassertemperaturen steigen in vielen Fällen, in Stillstandszeiten, auf über 35°C. Ein Bereich, in dem sich Legionellen und andere Bakterien wohl fühlen.
Diese Aufzählung, insgesamt oder nur zum Teil, finden sich in fast allen zentralen Heizungsanlagen.
Das Fachwissen der Installateure vor Ort ist in vielen Fällen mangelhaft. Es wird, aus meiner Erfahrung, in den Anlagen herumgebastelt und viele, oben genannte Fehler eingebaut, die energieverbrauchend sind, ohne Wissen über die Folgen.
Die Bedienungsanleitungen der Kessel- und Regelungshersteller sind von jedem Hersteller unterschiedlich. Das kann sich kein Kundendienstmonteur merken.
Die vielseitige Anleitung zu lesen und korrekt zu interpretieren, kostet Stunden. Zeit, die kein Kundendienstmonteur hat.
Was kann verbessert werden?
Einen Eintrag in das GebäudeEnergieGesetz.
Mit der Gesetzgebung kann Frau Müller meckern, soviel sie möchte. Die Verwaltungen können sich auf die GEG-Gesetzgebung berufen. Wenn es Frau Müller mit den Temperaturen zu kalt ist, muss sie einen Heizlüfter zum Nachheizen nutzen. Der belastet nur ihre Brieftasche und nicht die Brieftaschen aller Mitbewohner.
Die Prüfung korrekter Heizungseinstellung kann durch den Schornsteinfeger erfolgen.
Eine Sensibilisierung der Kundendienstmonteure zur Energieeinsparung. Das geht z.B. durch Prüfung der Jahresverbräuche und Wissen über Folgen fehlerhafter Einstellungen.
B.W.