Frau Müller aus der Wohnung in der dritten Etage eines Gebäudekomplexes ist schuld, dass in Deutschland 30% zu viel CO2 und Kosten, wie erforderlich erzeugt wird. Überschrift

Energieverbrauch Heizungen in Mehrfamilienhäusern. Vorgefunden bis dreifach höher als erforderlich! Unnütze CO2 Einträge im Jahr von ca. 20 Millionen Tonnen. Rechnet man grob Bürogebäude und Einfamilienhäuser dazu, kommt man auf ca. 50 Millionen unnütz in die Umwelt eingefügte Tonnen CO2.

 

Hauptgründe des zu hohen Energieverbrauchs in großen Heizungsanlagen?

Ursache für die hohen Verbräuche sind die weitgehend alten, zu großen, falsch eingestellten und teilweise zerstörten Heizungs- und Warmwasseranlagen.

 

Das sind keine Ausnahmen, sondern die Regel.

 

Bewohnereinfluss.

Frau Müller aus der Wohnung in der ersten Etage eines Gebäudekomplexes mit 4 Gebäuden und 40 Wohnungen beschwert sich, dass die Heizkörper bei Außentemperaturen von, als Beispiel, 13°C Außentemperatur nur lauwarm (38°C) sind, geschuldet einer korrekt eingestellten Heizkurve der Zentralheizung. Das macht die Dame mehrmals, obwohl die Raumtemperaturen von 21°C in allen Räumen problemlos erreicht werden.

Die Hausverwaltung ist genervt, sie hat schon ohne die Meckerei genug zu tun.

Die Hausverwaltung schickt die Wartungsfirma in die Anlage. Die Wartungsfirma hat auch keine Lust auf ständige Reklamationen (die keine sind).

Was macht die Wartungsfirma, sie stellt die Heizungsregelung und die Heizungspumpen hoch mit erheblichen Folgen, die den Energieverbrauch der Anlage verdoppeln können. In vielen der Anlagen habe ich abgeklemmte Heizungsregelungen vorgefunden. Die Heizungstemperatur beträgt somit jahresdurchgängig über 70°C, Eine Temperatur, die bei ca. -12°C Außen erforderlich ist.

Erfolg, Frau Müller meckert nicht mehr.

Folgen der zu hohen Einstellung durch Bewohnereinfluss.

Die Folgen aus dem zu hohen Einstellen sind vielfältig. Es wird zu viel Wärme erzeugt und bereitgestellt. Das geht bis zu erlebten Anlagenproblemen, die da sind

  1. Die überflüssig bereitgestellte Wärme, und das ist sehr wichtig, bleibt nicht bestehen (Stillstandsverluste). Zu hohe Vorlauftemperaturen bewirken, dass die Heizkörperthermostate die Wärmeabnahme in den Heizkörpern schließen. Somit geht die erzeugte Wärme zu einem großen Teil über den Schornstein, Kesseloberflächen, Rohroberflächen, Pufferspeichern und anderen Bauteilen verloren.
  2. Häufig erlebt, hilft sich ein Installateur damit, die Regelung durch Demontage der Verbindung Mischermotor von dem Dreiwegemischer zu trennen. Folge, es stehen Sommer wie Winter hohe Heizungstemperaturen zur Verfügung. Wer braucht schon bei über 18°C Außen 80°C Vorlauftemperatur. Heizkurven, Nachtabsenkungen und sommerliche Abschaltung sind damit nicht mehr möglich.

 

  1. Durch den Eingriff in die Regelung, Großanlagen mit mehreren Heizkesseln, wird die komplizierte Kesselfolgeschaltung übersteuert, mit der Folge, dass alle vorhandenen Heizkessel beheizt werden, obwohl in Heizzentralen in der Regel nur sehr geringe Heizleistungen gebraucht werden.

Folge: die unnütz beheizten Kessel erhöhen den Verbrauch in einem hohen Bereich. Das können von 40% bis 70% Mehrverbrauch sein, je nach Kesselbauweise. Vergessen werden darf dabei der erhöhte Stromverbrauch der unnütz laufenden Brenner und Umwälzpumpen nicht. Auch der Gesamtstromverbrauch der Anlage steigt dadurch erheblich. Beispiel. in Heizzentralen mit 3 Kesseln habe ich 2 stillgelegt, Erfolg über 40% Energieeinsparung, die Leistung eines Kessels hat jahresdurchgängig für die Anlage ausgereicht.

Bei der Planung von Heizungsanlagen wird die Kesselleistung in fast allen Fällen deutlich zu hoch und für 100% Bedarf ausgelegt. (habe ich bei meinen Planungen auch gemacht) In der Praxis werden in der Regel ca. 30 – 50% der eingebauten Leistung gebraucht.

 

  1. Nicht hydraulisch abgeglichene Großanlagen

Frau Müller wohnt auch am Ende des Wohnblocks, bei Ihr kommt es hin und wieder vor, dass Heizkörper nicht warm werden. Die Heizkörper werden nur warm, wenn die Heizungsregelung sehr viel höher eingestellt wird. Der Grund, dass die Heizkörper bei zu hoch eingestellten Heizungsregelungen an den Gebäudeendpunkten warm werden, die Heizkörperthermostatventile in den vorderen Bereichen der Anlagen regeln den Wasserdurchfluss herunter, dadurch entsteht ein automatischer hydraulischer Abgleich in der Anlage und die am Ende des Gebäudekomplexes liegenden Heizkörper werden warm. Das ist ein sehr teurer hydraulischer Abgleich.

In den Anlagen stimmt die Heizungshydraulik nicht. Solche Anlagen können häufig mit wenig Aufwand einfach über Strangventile, Heizkörper Rücklaufverschraubungen, an den Heizkörperventilen oder nach der Optimus Studie abgeglichen werden.

Die Regelungen und Heizungspumpen an den Anschlag zu stellen, ist die mit Abstand schlechteste Lösung und erhöht den Energieverbrauch bis zum Doppelten. Unnütz höher eingestellte Heizungspumpen erzeugen einen deutlich erhöhten Stromverbrauch und erzeugen in den Heizkörpern unangenehme Fließgeräusche wie rauschen oder pfeifen und der Energieverbrauch steigt bis auf das Doppelte an.

 

  1. Problematische Heizkesselbauarten.

Ein Verbrauchsproblem sind Atmosphärische Gasheizkessel. Sie können mit ihren extremen Stillstandsverlusten den unnützen Energieverbrauch verdoppeln. Insbesondere wenn die Heizungsregelung zu hoch eingestellt oder sogar abgeklemmt ist. Beispiel, eine Anlage mit 60 Wohnungen umgestellt von atmosphärischem Gasheizkessel auf Gasbrennwert. Gasverbrauch vor der Umstellung auf Gasbrennwert 1.105.000kWh im Jahr, neuer Verbrauch mit einem Gasbrennwertheizkessel 470.000 kWh im Jahr.

 

  1. Zentrale Warmwasseranlagen.

In vielen Anlagen mit zentraler Warmwasserbereitung finde ich Warmwassertemperaturen über 70°C vor, in anderen Anlagen Warmwassertemperaturen die zwischen unter 50°C bis über 70°C schwanken. Hauptursache, der Warmwasserfühler, der in allen Fällen in der Speichermitte eingeführt wird. Dadurch werden erhebliche Warmwassertemperaturschwankungen erzeugt. Warmwassertemperaturen, die nicht der Vorschrift der Legionellenvermeidung DVGW-Arbeitsblatt 511 oder dem Verbrühungsschutzsicherheit DIN EN 1717 entsprechen.

Das Verlegen der Warmwasserfühler an den Warmwasserausgang und eine korrekte Zirkulationspumpenleistung kann bis 20% des Gesamtverbrauchs einsparen und eine Hygiene- und Verbrühungssicherheit erzeugen.

  1. Warmwasserzirkulationsanlagen, in Warmwassergroßanlagen ist ein gut funktionierendes Zirkulationssystem vorgeschrieben. Die vorgeschriebene Warmwassertemperatur von 60°C muss an den Zapfstellen nach kurzer Zeit gegeben sein. Der Temperaturverlust vom Speicher bis zum Endpunkt sollte 0,5°C nicht überschreiten. Danach müssen die Zirkulationspumpen ausgelegt sein.

Warmwasserzirkulationsverluste gehören zu den größten Energieverlusten in Heizungssystemen mit zentraler Warmwasserversorgung. In manchen Fällen sogar größer als die Wärmeverbräuche über die Außenhülle. Schuld, die nicht vorhandene oder geringe Wärmedämmung der Warmwasser- und Zirkulationsleitungen. Ein weiteres Problem durch die schlecht gedämmten Warmwasser- und Zirkulationsleitungen, die in der Nähe liegende Kaltwasserleitung wird aufgeheizt. Das ist nach DIN 1717 verboten. Die Kaltwassertemperaturen steigen in vielen Fällen, in Stillstandszeiten, auf über 35°C. Ein Bereich, in dem sich Legionellen und andere Bakterien wohl fühlen.

Diese Aufzählung, insgesamt oder nur zum Teil, finden sich in fast allen zentralen Heizungsanlagen.

  1. Installateurwissen.

Das Fachwissen der Installateure vor Ort ist in vielen Fällen mangelhaft. Es wird, aus meiner Erfahrung, in den Anlagen herumgebastelt und viele, oben genannte Fehler eingebaut, die energieverbrauchend sind, ohne Wissen über die Folgen.

 

  1. Herstellerprobleme.

Die Bedienungsanleitungen der Kessel- und Regelungshersteller sind von jedem Hersteller unterschiedlich. Das kann sich kein Kundendienstmonteur merken.

Die vielseitige Anleitung zu lesen und korrekt zu interpretieren, kostet Stunden. Zeit, die kein Kundendienstmonteur hat.

Was kann verbessert werden?

  1. Hersteller der Anlagentechnik müssen sich deutlich mehr mit den wirklichen Problemen vor Ort beschäftigen.
    1. Bedienungsanleitungen und Bedienungen müssen für alle Hersteller und Kesseltypen gleich sein.
    2. Wichtig, in Großanlagen muss die Warmwasservorrangschaltung nur in besonderen Fällen einschaltbar sein. (Vorrangschaltung kann bis 50% Ausfallzeiten der Raumheizung führen). Zum Ausgleich wird die Heizungsregelung häufig an den oberen Anschlag gestellt oder komplett außer Betrieb genommen.
    3. Warmwasser- und Zirkulations-Zeitprogramme in Großanlagen werden dem vorgeschriebenen DVGW-Arbeitsblatt 551 nicht gerecht und müssen vermieden werden. Sie sollten bei der Regelungseinstellung nicht an vorderer Stelle stehen, sondern nur auf der Zweiten oder dritten Ebene auffindbar sein. In Großanlagen werden sie nicht gebraucht.
    4. Warmwasserspeicherfühler müssen im Bereich Warmwasserausgang angebracht werden.
    5. Kesselspitzentemperaturen im Heizungsbereich müssen auf 65 -70°C begrenzt werden.
    6. Hydraulische Weichen und andere Überströmungen von Vor- zum Rücklauf müssen vermieden werden.
    7. Sommer – Winter Umschaltung, sie sollte eine Komplettabschaltung Heizung monatsabhängig beinhalten.
    8. In Heizzentralen mit mehreren Heizkesseln muss geprüft werden, ob die Folgekessel wirklich gebraucht werden und ob sie bei Abschaltung kalt werden.

Wie können die Probleme gelöst werden, insbesondere vom Gesetzgeber. Ich würde mir wünschen

Einen Eintrag in das GebäudeEnergieGesetz.

  1. Eine Vorschrift in dem GebäudeEnergieGesetz, die besagt, dass die Heizungsregelungen, Heizkurven auf Sockeltemperatur 35°C und Heizkurven maximal auf 65°C Vorlauf bei -10°C Außen eingestellt werden müssen. Weiterhin müssen die Heizung und die Heizungspumpen bei 18°C Außen ausgeschaltet sein. Tipp für die Praxis, in der Heizzeit die Heizkörper nur um maximal 0,5 Punkt absenken, Beispiel Heizkörperventil von 3,5 auf 3. Räume nie auskühlen lassen. Für das Aufheizen der Räume um mehr als 1°C werden Vorlauftemperaturen im höheren Bereich wie bei der Temperaturhaltung gebraucht.

Mit der Gesetzgebung kann Frau Müller meckern, soviel sie möchte. Die Verwaltungen können sich auf die GEG-Gesetzgebung berufen. Wenn es Frau Müller mit den Temperaturen zu kalt ist, muss sie einen Heizlüfter zum Nachheizen nutzen. Der belastet nur ihre Brieftasche und nicht die Brieftaschen aller Mitbewohner.

Die Prüfung korrekter Heizungseinstellung kann durch den Schornsteinfeger erfolgen.

  1. Ein Nutzungsverbot der Atmosphärischen Gasniedertemperaturheizkessel, die bis 50% mehr Gas verbrauchen als ein Gasbrennwertheizkessel.
  2. Bedienungsanleitungen und Bedienungen müssen für alle Hersteller und Kesseltypen gleich sein.
  3. Eine zertifizierte Zusatzausbildung der Kundendienstinstallateure/Techniker Heizung mit intensiver Schulung und Prüfung zum Thema Heizungstechnik insbesondere Heizungshydraulik. Eine Förderung für die Ausbildung bringt wirkliche CO2 Einsparung im Gegensatz zu anderen Förderungen wie z.B. für Wärmepumpen.

Eine Sensibilisierung der Kundendienstmonteure zur Energieeinsparung. Das geht z.B. durch Prüfung der Jahresverbräuche und Wissen über Folgen fehlerhafter Einstellungen.

 

B.W.

Kontakt

Sie erreichen mich unter:

info@wulfestieg.de

<< Neues Textfeld >>

Druckversion | Sitemap
© Bernd Wulfestieg