Der Hydraulische Abgleich, ein Buch mit 7 Siegeln?

 

Was muss für den Hydraulischen Abgleich getan werden.

Mit welchen Kosten muss gerechnet werden.

Vor- und Nachteile Hydraulischer Abgleich.

Fortbildung Hydraulischer Abgleich



 Der Hydraulische Abgleich.

Was bedeutet die Wortkombination "Hydraulischer Abgleich" in Heizungsanlagen?

Das ist wie vieles einfach und doch schwer zu erklären.

Ich will es mal versuchen.

 



95% aller Heizungsanlagen sind Pumpenwarmwasserheizungen.

In Pumpenwarmwasserheizungen ist Wasser der Wärmeträger.

 

Wasser wird durch die Heizungspumpe vom Heizkessel zu den Heizkörpern befördert.

Im Heizkörper wird die Wärme des Wassers an den Raum abgegeben und kühlt also im Heizkörper ab.

Das bedeutet, ein korrekt funktionierender Heizkörper ist oben deutlich wärmer als unten (die sogenannte Auslegungstemperatur).



 

Die Wasserbeförderung durch die Umwälzpumpe und die Wasserverteilung in einer Heizungsanlage ist die Heizungshydraulik.

 



Wasser hat die Angewohnheit, sich bei der Beförderung durch die Pumpe den leichtesten Weg, also den Weg des geringsten Widerstands zu suchen. Der Weg des geringsten Widerstands ist meist der kürzeste Weg. Die Heizkörper, die sich nahe der Pumpe befinden, werden mit einem vielfachen der Wassermenge durchströmt, die gebraucht wird, den Raum zu beheizen (Wärmeträger Wasser).

 

Diese Heizkörper haben häufig das Problem, sie rauschen oder pfeifen, die Heizkörper sind von oben nach unten gleichmäßig warm, nicht wie gewollt oben warm und unten kälter. Die Abrechnung ist bei Ablesungen über Heizkörperwärmemengenzählern nicht mehr korrekt.

 

Die Heizungspumpe in der Hydraulik.

Eine Heizungspumpe hat zwei Funktionen. Sie erzeugt 1. Druck, um Wasser zu bewegen und fördert je nach eingestelltem Druck und der Pumpenleistung (Pumpentyp) eine 2. bestimmte Wassermenge.

 

Beispiel für ein kleineres Gebäude. 

Eingesetzte Pumpe eine Wilo Pico 30/1-4.

 



Die Berechnung ergibt einen geforderten Pumpendruck von 100 mBar oder 1 m eine Wassermenge von 900l in der Stunde in dem Wasserkreislauf des Heizungssystems.

 

Die Pumpe kann bei 1 m eingestelltem Druck 0 - 2200l in der Stunde fördern. Gebraucht werden 0 - 900 l in der Stunde. Somit ist diese Pumpe für diese Anlage richtig.



 

Das ist die Heizungshydraulik

Wie kann diese Hydraulik abgeglichen werden?

Ein Abgleichen der Hydraulik bedeutet Einschränken der Wassermenge, die durch den Pumpendruck durch die Heizkörper gefördert wird (wie bei einem Wasserhahn, wenn er kleiner gedreht wird, fließt weniger Wasser).

Dieses Einschränken der Wassermenge ist der Hydraulische Abgleich.

 

Da fehlt noch etwas.

Nun kann nicht einfach dabei gegangen werden, wahllos die Wassermenge an den Heizkörpern zu reduziert. Es muss jedem Heizkörper die Wassermenge zugeteilt werden, die er braucht, um den Raum, in dem er steht, korrekt zu beheizen. Es muss also der Raumwärmebedarf berechnet und damit über eine Tabelle die Ventilvoreinstellung errechnet werden.

 

Sind Pumpe und ALLE Heizkörper eingestellt, so kann von einem Hydraulischen Abgleich nach den Richtlinien KFW und von ProKlimaHannover ausgegangen werden.

 

Beispiel.

Für das Wohnzimmer wurde ein Wärmebedarf von 1200 Watt berechnet, dann müssen um den Wärmebedarf zu decken, in einer Stunde ca. 69 l Wasser durch den Heizkörper fließen.

Bei nicht abgeglichenen Anlagen läuft häufig das Zehnfache durch einen Heizkörper.

Voraussetzung ist eine Pumpe, die bei allen Wassermengen den Druck konstant halten kann.

 

Anmerkung: Die meisten Brennwertheizgeräte mit eingebauter Umwälzpumpe sind nicht in der Lage, den Pumpendruck konstant zu halten und somit nicht für einen Hydraulischen Abgleich nach den Richtlinien KFW und von ProKlimaHannover geeignet. Es muss zusätzlich ein Differenzdruckregler eingebaut werden.



 

Autor Bernd Wulfestieg





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