Zahlen, Fakten und Kosten, zu der Energie mit der geheizt wird. 

Beispiel Altbau Einfamilienhaus.

Thema, Fakten in Zahlen.

  1. Sanierungskosten Heizung (Wärmeerzeuger) Einfamilienhaus
  2. CO2 Kosten, was bedeuten sie und was kosten sie
  3. Was bedeuten 65% CO2 freie Energie. Diese Forderung ist ab 2026 gelöscht.
  4. CO2 Einträge Gas, Öl, Strom pro verbrauchte kWh
  5. Funktion Wärmepumpen, verständlich erklärt

 

Zu meiner Person

  • Gelernter Heizungsbauer
  • Heizungsbaumeister
  • 30 Jahre eigener Heizungsbaubetrieb
  • Nach dem Verkauf ein Planungs- und Sachverständigenbüro
  • Heizungssachverständiger (15 Jahre auch vor Gericht)
  • Von der Handwerkskammer ausgebildeter Energieberater, 20 Jahre Berater Klimaschutzagentur
  • Autor von Programmen wie hydraulischer Abgleich nach der Optimus Studie leicht gemacht
  • Programm Heizungswartungen.
  • Autor eines Programms zur Feststellung der Wärmeströme in Wohnanlagen.

 

Zu den Fakten,

Beispiel Einfamilienhaus.

  1. Sanierungskosten.

Austausch von alten Heizkesseln gegen moderne Brennwertgeräte oder moderne Wärmepumpe.

  1. Demontage eines atmosphärischen Gasniedertemperaturkessel gegen ein modernes Gasbrennwertgerät Verbrauch vor dem Umbau ca. 34.000 kWh im Jahr. Neuer Verbrauch 18.000 kWh.

Umbaukosten inkl. Demontage und Einbau Gasbrennwert ca. 6.000 – 8.000€

  1. Demontage eines alten Ölheizkessel Verbrauch 26.000 kWh gegen einen modernen Ölbrennwertkessel. Verbrauch vor dem Umbau 26.000 kWh. Neuer Verbrauch ca. 19.000 kWh.

Umbaukosten inkl. Demontage und Einbau Ölbrennwert ca. 6.500 – 8.500€

  1. Demontage eines alten Ölheizkessel oder Gasheizkessel gegen eine moderne Wärmepumpe. Verbrauch vor dem Umbau 26.000 kWh Öl oder Gas 34.000 kWh. Neuer Verbrauch Strom je nach Jahresarbeitszahl ca. 7.000 – 11.000 kWh.

Umbaukosten inkl. Demontage und Einbau Wärmepumpe ca. 15.000 – 25.000€

 

Aus dem Vergleich geht hervor, dass es einen Verbrauchsausreißer gibt, der atmosphärische Gasniedertemperaturkessel. Erlebte Einsparung nach Umbau dieser Kesselbauart gegen ein Gasbrennwertgerät 35 – 60%.

Vergleiche dürfen nur mit modernen Geräten durchgeführt werden.

Ein Vergleich eines atmosphärischen Gasniedertemperaturkessel mit einer modernen Wärmepumpe ist wie ein Vergleich eines Oldies aus Amerika mit einem modernen Elektroauto.

 

  1. CO2 Kosten. Es wird in der Öffentlichkeit von sogenannten Fachleuten davon gesprochen, dass sich die CO2 Kosten erhöhen. Das stimmt und ist aus meiner Sicht notwendig. Aber was sind CO2 Kosten? Wie rechnen sie sich? Wen betreffen sie?
    1. Was sind CO2 Kosten? Das sind die Kosten, die auf 1 Tonne in die Umwelt eingefügten CO2 erhoben werden, sie werden jährlich erhöht. 2026 sind das pro in die Umwelt eingefügte Tonne CO2 ca. 60€.

Bezogen auf 1 verbrauchte Kilowattstunde sind das

Bei               Gas      0,013€

Bei               Heizöl 0,019€

Bei               Strom 0,034€

Bei einem Jahresverbrauch im 1 Familienhaus von 18.000kWh

Bei Gas sind das 234,00€ CO2 Kosten, eingepreist in die Gesamtjahresheizkosten dieses Gebäudes von ca. 1.800,00€.

Bei Öl sind das 342,00€ CO2 Kosten, eingepreist in die Gesamtjahresheizkosten dieses Gebäudes von ca. 1.900,00€.

Bei Strom sind das 612,00€ CO2 Kosten, eingepreist in die Gesamtjahresheizkosten dieses Gebäudes mit Strom direkt von 6.300,00€. Strom direkt betrifft Stromheizgeräte wie Infrarotheizungen, Elektroheizkörper, Heizlüfter usw.

Inwieweit eine Wärmepumpe diese Kosten mindern kann, dazu später.

 

  1. 65% CO2 freie Energie. Es bestand die Anforderung, dass nur noch mit 65% CO2 freier Energie geheizt werden darf. Es gibt zurzeit keine 65% CO2 freie Energie. Diese Forderung ist mit der neuen, vernünftigen Gesetzgebung, ab 1.6.2026? Vergangenheit.
    1. Gas 6-8% CO2 frei. Einfügung von Biogas.
    2. Heizöl 5-8% CO2 frei. Bioöl.
    3. Strom 45-48% CO2 frei. Im Netz werden teilweise über 60% angegeben, ich vermute das in dem Fall auf Kurzfristige, Wind- und Sonnenreiche Stunden geschaut wird oder Wärmepumpenleistung mit einbezogen wird. Eine korrekte Jahresbewertung ist schwierig aber vor 3 Jahren lagen wir im Jahresmittel noch deutlich unter 45%.

Aufgeteilt auf Windkraft, Solarenergie Wasserkraft und Atomstrom aus dem Ausland. Rest Kohle, Abfall, Öl, Gas.

Bei Strom sollen die 65% durch Wirkung einer Wärmepumpe erreicht werden. Wärmepumpen arbeiten ausschließlich mit Strom.

 

  1. CO2 Einträge. Wieviel CO2 wird durch die einzelnen Energien in die Umwelt entlassen. Entnommen aus dem GebäudeEnergieGesetz.
    1. Gas pro verbrannte kWh        0,22 kG. CO2
    2. Öl pro verbrannte kWh           0,32 kG. CO2
    3. Strom pro verbrauchte kWh  0,56 kG. CO2 Stromlieferanten geben, wie z.B. Enercity, 0,46 kG für ihren gelieferten Strom an.

 

Das waren die Fakten und realistischen Zahlen, jetzt zu den Folgen daraus.

Wärmepumpen, die Befreiung von der Heizungsproblematik und System zu kostengünstigen und Umweltschonenden Heizungen?        Oder doch nicht?

 

                Wärmepumpen? Was machen die?

Die vergangene Regierung hat ihre Umweltpolitik Heizung ausschließlich auf Wärmepumpen ausgerichtet! Aber, funktioniert das?

Wärmepumpen arbeiten ausschließlich mit Strom.

Bei den meisten verbauten Wärmepumpentypen, Luft – Wasser Wärmepumpen wird die Temperatur der Außenluft entnommen und durch Wärmepumpentechnik auf die erforderliche  Heizungstemperatur gebracht.

Wärmepumpenarbeitszahl = bedeutet, wie viele Kilowattstunden Wärme durch die Wärmepumpenarbeit mit einer Kilowattstunde Strom erreicht werden können. (Beispiel Wärmepumpenarbeit: aus 1000m³ Luft mit 10°C werden 100l 40°C warmes Heizungswasser erzeugt) Das in Abhängigkeit der Außenlufttemperatur und der Bedarfstemperatur im Heizkörper.

 

Zum Beispiel wird im Labor die maximale Arbeitszahl für eine Wärmepumpe von 5 erreicht. Das bedeutet, aus einer Kilowattstunde Strom werden 5 Kilowattstunden Wärme erwirtschaftet. Das ist die Zahl, auf die sich die Politiker beziehen.

Eine Laborarbeitszahl ist für den Betrieb vor Ort unwichtig. Da muss die Jahresarbeitszahl herangezogen werden (sogenannte JAZ) ,also der Stromverbrauch eines Jahres im Verhältnis zu der gelieferten Wärme eines Jahres.

 

Klappt das auch wirtschaftlich in der Praxis, in Bestandsgebäuden? Eindeutiges NEIN.

Welche Problematiken sprechen dagegen?

  1. Es müssen Temperaturen angepasst werden. Grundlage Raumtemperatur 21,5°C.
    1. Bei 15°C Außen sind Heizkörpertemperaturen von ca. 30 - 35°C  erforderlich. Die Temperaturdifferenz von 20°C Außenluft zur erforderlichen Heizkörpertemperatur stellt für eine Wärmepumpe kein Problem dar.
    2. Bei 5°C Außen werden für die Heizkörper 43°- 45° C gebraucht. Bei der Temperaturdifferenz vor 38°C wird es für die Wärmepumpe deutlich fordernder. Dabei sinkt die Arbeitszahl merkbar.
    3. Bei 0°C Außen werden für die Heizkörper 48°C-51°C gebraucht. In dem Bereich von nachzuheizenden 48°-51°C wird es für die Wärmepumpe herausfordernd.
    4. Bei -5 bis -12°C wie im Februar 2026 werden für die Heizkörper 55-70°C gebraucht. Bei der Temperaturdifferenz von 60 – 82°C  werden viele Wärmepumpen keine ausreichende Leistung mehr gebracht haben und viele Wärmepumpenbesitzer in Bestandshäusern werden im Kalten gesessen haben. Die Arbeitszahl war zu der Zeit in einem Bereich von 0,2-0,5, das bedeutet aus 1 kWh Strom werden 0,2-0,5 kWh Wärme erzeugt.

 

  1. Wärmepumpen können ihre Leistung nicht an den Bedarf anpassen, sie modulieren nicht wie z.B. Gasbrennwertgeräte. ( Modulieren= anpassen der Gasflammengröße an den Bedarf) Takten, also ständiges an und abschalten des Geräts verschlechtert die Effizienz und Lebensdauer des Geräts.
  2. Um hohe Taktraten zu vermeiden, werden häufig Pufferspeicher (große Wasserbehälter) eingebaut. Die Wärmeverluste der Pufferspeicher und die zum Betrieb der Pufferspeicher erforderlichen Pumpen verschlechtern die Arbeitszahl weiterhin deutlich.

 

  1. In vielen Bestandsgebäuden ist die Warmwasserversorgung zentral.

 

Also mit Warmwasserspeicher im Keller. In diesen Gebäuden befindet sich auch ein Warmwasserzirkulationssystem zur Warmwasserkomfortsteigerung, um schnell Warmwasser am Zapfhahn zu haben. Viele Nutzer möchten auch Bakterien- und Legionellenfreies Warmwasser haben, dafür muss die Warmwassertemperatur ca. 60°C betragen.

  1. In kleinen Gebäuden wird die Warmwasseraufheizung mit Vorrangschaltung gefahren.

Was bedeutet die Warmwasservorrangschaltung?

Wenn der Warmwasserspeicher nachgeheizt werden muss, bekommt die Nachheizung Warmwasser Vorrang vor der Gebäudeheizung.

Das bedeutet in der Praxis, in der Warmwasseraufheizzeit wird die Gebäudeheizung ausgeschaltet. Bei 30% Zirkulationsverlust (Realer Zirkulationsverlust in Bestandsgebäuden mit durchlaufender Warmwasserzirkulation) bedeutet das, die Gebäudeheizung bleibt länger ausgeschaltet.

Diese Ausfälle Gebäudeheizung muss durch höhere Heizkörpertemperaturen ausgeglichen werden.

Ein weiterer Faktor, der die JAZ erheblich verschlechtert.

 

Nach meiner Erfahrung wird die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe im Bestandsgebäude ohne zentrale Warmwasserversorgung eine Jahresarbeitszahl von 1,8 – 2,5 erreichen. Jahresheizkosten bei dem Mustergebäude 2500-3500€

Mit zentraler Warmwasserversorgung und Zirkulationssystem werden von mir erlebte Jahresarbeitszahlen von 0,6-1,5 erreicht. Jahresheizkosten bei dem Mustergebäude 4200 – 7800€.

 

Jedes Gebäude muss individuell betrachtet werden.

 

Die Daten für die WP JAZ sind aus meiner Erfahrung und Begutachtung mehrerer mit Wärmepumpen beheizten Gebäuden. Es kann auch anders aussehen. Leider hat oder gibt kein Hersteller nachvollziehbare JAZ-Zahlen heraus.

 

Interessant wäre es, wie sich eine WP neben meinem modernen Gasbrennwertgerät Buderus GB 192 schlägt. Ich habe einigen WP-Herstellern angeboten, für ein Jahr eine WP bei mir aufzustellen um einen Vergleich mit dem Verbrauch 2024 – 2025 in unserem Haus darzustellen. Traut sich vermutlich keiner.

 

Als Kostenbeispiel, unser Reihenendbungalow Baujahr 1974, 125m² Heizjahresdurchgängig beheizt mit 21,5°C in allen Räumen ohne zusätzliche Dämmung. Im Jahr 2024 – 2025 wurden Gaskosten von ca. 1.300€ verbraucht. Zentrale Warmwasserbereitung mit Solarthermie, die ca. 1.500 kWh/a (150€/a) einspart hat.

 

Wärmepumpen sind hervorragende Heizsysteme, die aber ein angepasstes Umfeld brauchen.

Wie und wo sehe ich das Einsatzgebiet von Wärmepumpen?

Sollte ich nochmal neu bauen, so würde mein Haus mit besserer Dämmung (kein Passivhaus) wie vorgeschrieben gebaut werden. Mit einer Heizungsanlage, die an den Bedarf einer Wärmepumpe angepasst ist.

Niedertemperatur Fußbodenheizung mit maximal 30°C, um die Temperaturspanne Außentemperatur – Bedarfstemperatur niedrig zu halten.

Kein zentrales Warmwassersystem, sondern in jedem Raum, der Warmwasserbedarf hat, einen Durchlauferhitzer.

In solch einem Haus wird die Jahresarbeitszahl vermutlich um 3-3,5 liegen.

Das spart Installationskosten, Schornsteinkosten Gasanschlusskosten und Niedertemperaturheizung hebt den Wohnkomfort an.

 

Eine Photovoltaikanlage, um ca. 20% des Stromverbrauchs für die WP zu mindern, käme für mich nur mit einem E Auro in Frage.

 

Ich gehe davon aus das die geforderten 65% CO2 freie Energie erst in ca. 20-40 Jahren erreicht werden. Beispiel, die Leistung der Windkraftanlagen wird bei vorhandenem Wind in der Masse nicht gebraucht, sieht man, wenn die Ventilatoren trotz Wind stillstehen.

 

BW

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© Bernd Wulfestieg